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Söl. Ich. E-Book (Subskription) | Alex Lenz (Sylt1)

Ursprünglicher Preis war: 12,90 €Aktueller Preis ist: 11,61 €.

Das Geständnis der Insel als E-Book. Alle 111 Orte der zweiten, erweiterten Auflage von „Söl. Ich.“ von Alex Lenz (Sylt1) in digitaler Form. Erscheint am 01.10.2026. Bis 30.09.2026 zum Subskriptionspreis von 11,61 € statt 12,90 €. Kein Versand, weil digital.

Beschreibung

Söl. Ich. als E-Book

„Söl. Ich.“ ist kein Reiseführer, sondern ein Geständnis: Die Insel spricht selbst, aufgezeichnet von Alex Lenz (Sylt1), fotografiert von Nick Bosch. Das E-Book enthält die zweite, erweiterte Auflage mit 111 Orten, mit vielen Ergänzungen, Korrekturen und den Zeichnungen aus dem Buch.

Subskription

  • Erscheinungstag: 01.10.2026
  • Preis ab Erscheinen: 12,90 €
  • Subskriptionspreis bis 30.09.2026: 11,61 € (10 % Rabatt)
  • Kein Versand, weil digital. Zum Erscheinungstag bekommst du per Mail deinen persönlichen Lesezugang. Gelesen wird im Browser, eine Datei zum Herunterladen gibt es nicht.

Lieber zum Anfassen? Das gedruckte Buch mit 248 Seiten gibt es hier im Sylt Laden.

Leseprobe

Aus dem Vorwort

Ich bin auf Sylt aufgewachsen. Das klingt einfacher, als es ist.

Es bedeutete: Im Sommer wurde das Kinderzimmer geräumt und ich musste in den Keller. Die Gäste gingen vor. Es gab kein TikTok oder Instagram. Was man erlebte und wahrnahm, teilte man in Gesprächen.

Nach der Schule an den Strand. Nicht als Ausflug – einfach, weil er da war. Quallenfallen bauen. Am Munkmarscher Hafen angeln, Wattwürmer als Köder. Miesmuscheln sammeln am Ellenbogen an kalten Wintertagen, die Finger taub. An der Blidselbucht Krebse beobachten, bis es dunkel wurde. Und immer dieser Geruch – Salz, Tang, nasse Erde nach Regen aus dem Westen. Den kennt man ein Leben lang. Den vergisst man nie. Das ist mein Sylt. Nicht das der Hochglanzprospekte.

Ich habe lange gezögert, dieses Buch zu schreiben. Nicht weil mir der Stoff gefehlt hätte – sondern weil Sylt mein Zuhause ist. Mein Elternhaus steht hier. Meine Familie ist hier, in der Erde, in der Luft, in den Gedanken einiger Menschen, die sich noch erinnern. Wer über so einen Ort schreibt, trägt eine Verantwortung, die sich nicht wegdiskutieren lässt.

Also habe ich gewartet. Recherchiert. Archive durchforstet. Habe auf dem Friedhof der Heimatlosen gestanden und nicht gewusst, was ich fühle. Habe in den Dünen gesessen, bis es dunkel wurde. Habe Dinge über diese Insel gelernt – obwohl ich hier aufgewachsen bin. Das ist das Merkwürdige, wenn man zu nah dran ist: Man hört irgendwann auf zu schauen.

Irgendwann wusste ich, wie. Nicht ich spreche. Die Insel spricht.

Viel Spaß beim Lesen, Alex Lenz

Aus dem Buch: Ort 01

Der Ellenbogen in List

Wo ich die Kuschelpädagogik einstelle

Wer sich bis in den äußersten Norden hinaufarbeitet, erwartet nach all der Fahrerei oft eine Belohnung. Einen Aussichtsturm vielleicht. Oder ein charmantes Café, in dem der Latte Macchiato farblich perfekt zu den Dünen passt. Aber am Ellenbogen gibt es einfach: fast nichts. Wer überhaupt bis hierher vordringen will, muss ohnehin erst an der charmant aus der Zeit gefallenen Mautstation vorbei. Ein kleiner Wegezoll für die Privatstraße, der direkt am Anfang diejenigen aussortiert, die es nicht wirklich ernst meinen.

Was einen danach erwartet, teile ich äußerst großzügig aus. Wer hierherkommt, trifft auf einen Wind, der sich für persönliche Befindlichkeiten und aufwändige Frisuren exakt null interessiert. Der Sand kriecht hier überall hin. Wer sein Fenster im Auto fahrlässig offen lässt, um die „gute Seeluft“ hereinzulassen, hat spätestens am ersten Parkplatz einen halben Strand auf dem Beifahrersitz liegen. Kostenloses Nordsee-Peeling inklusive.

Der Ellenbogen ist weder gastfreundlich noch feindselig – er ist schlichtweg stur. Er liegt hier mit dem ganzen Gewicht einer Landschaft, die schon da war, als noch niemand auf die absurde Idee kam, sich „Auszeiten“ an der Küste zu nehmen. Wenn der Wind von der offenen See anläuft, wird er durch absolut nichts gebremst. Keine Baumreihe, kein Hügel, kein schützendes Gebäude. An manchen Oktobertagen stehe ich amüsiert daneben und beobachte, wie dick eingepackte Besucher gegen die Böen ankämpfen und feststellen, dass allein das Stehenbleiben ein anerkannter Leistungssport ist.

Damit man in dieser rauen Einöde nicht völlig die Orientierung verliert, leuchten hier oben gleich zwei Leuchttürme – List Ost und List West. Sie stehen da nicht etwa als hübsches maritimes Deko-Element, sondern aus bitterer Notwendigkeit. Die Sandbänke da draußen wandern nämlich munter vor sich hin, genau wie es ihnen gerade in den Kram passt.

An der äußersten Spitze prallen schließlich zwei Welten aufeinander. Im Westen die Nordsee – ungeduldig, peitschend und chronisch schlecht gelaunt. Im Osten, drüben am Königshafen, das Wattenmeer, bei Ebbe glatt und still wie ein vergessener Spiegel. Dort toben sich bei guten Bedingungen die Kitesurfer mit ihren bunten Schirmen aus, und ich schaue ganz gerne zu, wie sie sich an meinem Wind abarbeiten. Wer auf dem schmalen Streifen Sand dazwischen balanciert, hat den Druck der Brandung im linken und die Ruhe der Gezeiten im rechten Ohr. Schmaler wird die Insel nirgendwo.

Und falls jemand auf dumme Gedanken kommt: Schwimmen ist hier absolut tabu. Meine Strömungen um die Ellenbogenspitze haben ein sehr raues Verständnis von Dynamik. Das Wasser beschleunigt hier unten auf eine Art, die sich für menschliche Überlebenspläne schlichtweg nicht zuständig fühlt.

Ein Stück weiter auf der Straße demonstrieren meine Schafe derweil, wie man das Leben hier richtig angeht. Man muss sie einfach bewundern: Sie haben das Konzept der völligen Gleichgültigkeit gegenüber heranschleichenden Geländewagen perfektioniert. Sie liegen tiefenentspannt auf dem wärmenden Asphalt und warten, bis die Autos im Schritttempo vorbeikriechen. Ausweichen? Fehlanzeige. Ihre Klauen verdichten den Boden, ihr Fressen hält die Heideflächen frei von Gestrüpp. Ohne sie sähe es hier ziemlich bald sehr unaufgeräumt aus. Sie sind die heimlichen Chefs dieser windoffenen Wildnis, und sie wissen es auch. Die meisten Leute pilgern zum Ellenbogen, weil sie glauben, hier sei das Ende der Welt. Eigentlich ist es genau umgekehrt: Hier geht es erst richtig los. Der Vogelzug nutzt diese Nase seit Urzeiten als verlässliche Wegmarke, und draußen auf dem Wasser verlaufen die großen Schifffahrtsrouten.

Der Ellenbogen rechnet nicht mit Besuchern. Es gibt Sand, zwei Leuchttürme, ein paar Schafe und einen Wind, der aus immer derselben Richtung kommt und durch nichts gebremst wird. Wer das zu wenig findet, ist hier falsch abgebogen.

↳ Zu Fuß vom Parkplatz gut 40 Minuten bis zur Spitze. Bitte kein straffes Anschlussprogramm einplanen. Einfach bleiben, bis der Wind nicht mehr als Störung, sondern als Soundtrack taugt.

Ellenbogen, 25992 List auf Sylt

Häufige Fragen

Wann erscheint das E-Book von Söl. Ich.?
Am 01.10.2026.

Was kostet das E-Book?
12,90 Euro. Bis zum 30.09.2026 gilt der Subskriptionspreis von 11,61 Euro.

Kann ich das E-Book herunterladen?
Nein. Gelesen wird im Browser mit deinem persönlichen Zugang, eine Datei zum Herunterladen gibt es nicht.

Gibt es Söl. Ich. auch gedruckt?
Ja, als Buch mit 248 Seiten für 24,90 Euro hier im Sylt Laden.

Als Geschenk von Sylt

Ein Geschenk für alle, die Sylt im Herzen tragen, auch wenn sie gerade weit weg sind: Das E-Book kommt ohne Versand und ist zum Erscheinungstag lesbar. Als Weihnachtsgeschenk mit Sylt-Bezug passt es auf jedes Handy und Tablet.

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